Kurz erklärt: Der Springer wird im Schach oft auch Pferd genannt. Er zieht immer in L-Form: zwei Felder in eine Richtung und dann ein Feld zur Seite. Als einzige Schachfigur darf der Springer über andere Figuren springen.
Wie zieht das Pferd beim Schach?
Das „Pferd“ heißt im Schach eigentlich Springer. Seine Bewegung ist besonders: Der Springer zieht nicht gerade wie der Turm und nicht diagonal wie der Läufer, sondern immer in einer L-Form. Man kann sich merken: zwei Felder geradeaus und dann ein Feld zur Seite.
Genau deshalb ist der Springer für Anfänger oft die schwierigste Figur. Hat man die L-Form aber einmal verstanden, ist seine Bewegung klar: Von seinem Startfeld aus springt er auf eines der möglichen Zielfelder. Das folgende Diagramm zeigt die möglichen Züge eines Springers in der Brettmitte:
Steht der Springer in der Mitte des Brettes, kann er bis zu acht Felder erreichen. Er muss sich natürlich für eines dieser Felder entscheiden. Die Felder dazwischen spielen für ihn keine Rolle, denn der Springer springt direkt von seinem Ausgangsfeld auf sein Zielfeld.
Darf der Springer über Figuren springen?
Ja. Der Springer ist die einzige Schachfigur, die über andere Figuren springen darf. Dabei ist es egal, ob eigene oder gegnerische Figuren auf den Feldern zwischen Startfeld und Zielfeld stehen. Der Springer landet nur auf seinem Zielfeld.
Wichtig ist aber: Auf dem Zielfeld darf keine eigene Figur stehen. Steht dort eine gegnerische Figur, kann der Springer sie schlagen. Steht dort eine eigene Figur, ist der Zug nicht erlaubt.
Wie schlägt der Springer im Schach?
Der Springer schlägt genau so, wie er zieht: in L-Form. Er schlägt also nur eine Figur, die auf seinem Zielfeld steht. Figuren, über die er unterwegs springt, werden nicht geschlagen.
Auf diesem Schachbrett kannst du ausprobieren, wie der Springer zieht:
Springer am Rand: Warum die Mitte besser ist
Die Stärke des Springers hängt stark davon ab, wo er steht. In der Mitte hat er die meisten Möglichkeiten. Am Rand sind es deutlich weniger, und in der Ecke kann ein Springer sogar nur zwei Felder erreichen. Deshalb gibt es im Schach den bekannten Merksatz: „Springer am Rand ist eine Schand‘.“
Wo steht der Springer beim Schach?
Der Springer startet beim Schach zwischen Turm und Läufer. In der Anleitung Schachfiguren richtig aufstellen findest du die komplette Startposition aller Figuren.

Der Springer wird umgangssprachlich auch Pferd, Ross oder Rössel genannt. Zu Beginn stehen die weißen Springer auf b1 und g1, die schwarzen Springer entsprechend auf b8 und g8. Jeder Springer hat im ersten Zug zwei mögliche Zugfelder:
Was ist eine Springergabel?
Der Springer kann mitunter eine gefährliche Waffe sein. Besonders stark ist die sogenannte Springergabel. Dabei greift der Springer zwei oder mehr Figuren gleichzeitig an.
Greift der Springer zum Beispiel König und Dame gleichzeitig an, muss der König aus dem Schach gerettet werden. Die Dame kann dann oft nicht mehr verteidigt werden. Genau deshalb ist die Springergabel ein typisches taktisches Motiv, das man beim Schach unbedingt kennen sollte.
Ersticktes Matt
Ein berühmtes Mattmotiv mit dem Springer ist das erstickte Matt. Es zeigt besonders gut, wie stark ein Springer sein kann, wenn gegnerische Figuren dem eigenen König die Fluchtfelder nehmen. Die Schachaufgabe samt Lösung gibt es hier.
Réti-Eröffnung: Der Springer im ersten Zug
Der Springer spielt auch in vielen Eröffnungen eine wichtige Rolle. Ein bekanntes Beispiel ist der Zug 1. Sf3, die Réti-Eröffnung. Dabei entwickelt Weiß den Springer früh und kontrolliert wichtige zentrale Felder.
Die Eröffnung hat nichts mit dem Sportjournalisten Bela Rethy zu tun, sondern ist nach dem tschechoslowakischen Schachmeister Richard Réti benannt:

Aljechin-Verteidigung: Der schwarze Springer
Auch Schwarz kann den Springer früh ins Spiel bringen. Eine heutzutage eher seltene, aber interessante Erwiderung auf 1. e4 ist 1. … Sf6, die Aljechin-Verteidigung.
Benannt wurde sie nach dem russischen Schachweltmeister Alexander Alexandrowitsch Aljechin:

Springer-Übung: Ein kleines Intelligenzspielchen
Am Brett
Es gibt außerdem ein interessantes Übungsspiel mit dem Springer:
Ausgehend vom Feld h1 muss man mit regelkonformen Springerzügen immer das nächste benachbarte Feld erreichen: zuerst g1, dann f1 und so weiter bis a1. Danach geht es auf a2, b2 und weiter über das ganze Brett bis zum Feld a8. Je schneller man das schafft, desto besser beherrscht man die Bewegung des Springers.
Hier ist der Beginn der Lösung:
Als mobile Game
Du möchtest testen, ob du die Bewegung des Springers wirklich verstanden hast? Dann probiere den Springertest aus. Dort übst du spielerisch, den Springer gezielt über das Brett zu führen – ideal, um die L-Form sicherer zu erkennen und typische Springerzüge schneller zu sehen.

Unterschied zu anderen Schachfiguren
Der Springer unterscheidet sich von Dame, Turm und Läufer durch seinen L-förmigen Zug. Er kann nicht beliebig weit ziehen, dafür darf er als einzige Figur über andere Figuren springen. Gerade dadurch entstehen viele taktische Möglichkeiten.
Weitere Schachfiguren einfach erklärt
Du willst wissen, wie sich die anderen Schachfiguren bewegen? Hier findest du einfache Erklärungen zu Zugregeln, Schlagregeln und Besonderheiten:
- Wie zieht der König beim Schach?
- Wie zieht die Dame beim Schach?
- Wie zieht der Springer beim Schach? — diese Seite
- Wie zieht der Turm beim Schach?
- Wie zieht der Läufer beim Schach?
- Wie ziehen Bauern beim Schach?
Der Springer steht zu Beginn zwischen Turm und Läufer. Falls du die Startposition aller Figuren nachschauen willst, findest du hier die komplette Aufstellung der Schachfiguren.
FAQ
Der Springer zieht in L-Form: zwei Felder in eine Richtung und dann ein Feld zur Seite. Das Zielfeld kann vorne, hinten, links oder rechts liegen.
Das Pferd ist der Springer. Es geht nicht gerade wie Turm oder Läufer, sondern springt in L-Form: zwei Felder gerade und ein Feld zur Seite.
Ja. Der Springer ist die einzige Schachfigur, die über eigene und gegnerische Figuren springen darf.
Der Springer schlägt eine gegnerische Figur nur auf seinem Zielfeld. Figuren auf den Feldern dazwischen werden übersprungen und nicht geschlagen.
Ja. Der Springer kann vorwärts, rückwärts und seitwärts ziehen, solange das L-Muster eingehalten wird.
Viele nennen den Springer umgangssprachlich Pferd, weil die Schachfigur meistens als Pferdekopf dargestellt wird.
Zu Beginn stehen die weißen Springer auf b1 und g1, die schwarzen Springer auf b8 und g8. Sie stehen jeweils zwischen Turm und Läufer.






Schreibe einen Kommentar