König im Schach (Symbol)
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Was darf der König im Schach?

König im Schach (Symbol)
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Was darf der König im Schach?

Der König im Schach

Schah, persisch شاه [ʃɒːh], ist das persische Wort für Herrscher. So kommt es folglich, dass der König der Namensgeber des Schachspiels ist. Es wird deshalb auch “königliches Spiel” genannt.

Das Wichtigste zuerst: Der König im Schach darf nie verloren werden. Fällt der König, so ist das Spiel vorbei. Dazu später mehr. Darüber hinaus darf der König genau ein Feld ziehen, aber in eine beliebige Richtung. Ausnahme ist die Rochade, s.u.

Der König ist wie die Hauptperson im Film “Schach”: eine majestätische Figur auf dem Brett, verkörpert er die Macht und das Prestige eines wahren Herrschers. Er steht stolz auf seinem Platz, umgeben von seinen loyalen Dienern, den Bauern, den Springern (engl.: Knights = Ritter), den Läufern, den Türmen und der Dame (Königin). Sein Schicksal liegt in den Händen seiner/s Spielerin bzw. Spielers, und er ist bereit, alles zu opfern, um sein Reich zu schützen.

Die Geschichte des Königs im Schach reicht weit zurück, bis in die Zeiten der alten Königreiche und feudalen Herrschaften. Schon immer war er das Symbol für Autorität und Regierungsgewalt. Die Schachspieler*innen vergleichen ihn oft mit ihrem eigenen inneren Herrscher und betrachten ihn als die wichtigste Figur auf dem Brett.

Wo steht der König beim Schach?

Der König steht zu Beginn des Spiels ein Feld neben einem Läufer und neben der Dame. Man merkt sich am einfachsten: “Weiße Dame, weißes Feld. Schwarze Dame, schwarzes Feld.” Entsprechend steht der weiße König auf dem schwarzen Feld (e1), der schwarze auf dem weißen (e8), jeweils neben der Dame. Es ist i.d.R. nicht ratsam, den König in der Eröffnung und im Mittelspiel aktiv am Spielgeschehen zu beteiligen, denn wenn der König verloren ist, ist das ganze Spiel verloren.

Was darf der König beim Schach?

Der König ist im Schach normalerweise eher “stiller Beobachter”. Dennoch bestimmt er das Spiel, da ja das oberste Gebot seine Verteidigung bzw. der Angriff auf den gegnerischen König ist. Jede Partei hat genau einen König. Er darf immer genau ein Feld ziehen.

Steht eine eigene Figur aber im Weg, ist das Feld tabu. Ist es hingegen eine gegnerische, so kann er diese schlagen, vorausgesetzt, sie ist nicht gedeckt – sonst stände der König ja im Schach. Dazu gleich mehr.

Rochade

Keine Regel ohne Ausnahme: Wenn König und Turm (einer Seite) sich während des gesamten Spiels noch nicht bewegt haben, so können sie die “Rochade” vollführen. Und zwar je nach Flügel die “lange” bzw. die “kurze” Rochade:

Kurze Rochade:

Lange Rochade:

Am Einfachsten merkt man sich diesen Spielzug von König und Turm durch “König zwei zur Seite und Turm drüber”. Im Turnier ist es wichtig zu beachten, dass man hier zunächst den König berühren muss. Berührt man zuerst den Turm, so darf man nur einen einfachen Turmzug machen, was je nach Stellung schon spielentscheidend sein kann.

Den Weltrekord für die späteste kurze Rochade in einer regulären Wettkampfpartie bei klassischer Bedenkzeit halten übrigens laut der schönen Seite von Tim Krabbé diese beiden Spieler:

Schachmatt und Patt

Anders als die anderen Figuren im Schach darf der König nicht geschlagen werden. Wenn er jedoch bedroht wird, ruft er nach seine Verbündeten und hofft auf ihre Verteidigung. Wenn er durch einen unvorsichtigen Zug doch geschlagen werden könnte, so handelt es sich um einen “unmöglichen Zug”. Das hat entweder zur Folge, dass der/die Spieler*in den letzten Zug zurück nehmen muss, oder – wie beim Blitzschach – die Partie sofort verloren ist.

Eine Folge dieser Regel ist, dass es darum geht, den gegnerischen König “schachmatt” zu setzen. Der König ist schachmatt, wenn er im Schach steht (also angegriffen ist) und kein legaler Zug mehr möglich ist, um das Schach abzuwehren. Ein besonders schönes Matt ist das erstickte Matt, aber auch darüber hinaus gibt es viele wunderschöne Mattmotive.

Hingegen steht der König “Patt”, wenn die pattgesetzte Partei keinen legalen Zug mehr machen kann, deren König aber nicht im Schach steht. Beachte dabei, dass der König nicht auf ein angegriffenes Feld ziehen kann bzw. darf. Insbesondere also können die Könige niemals unmittelbar aneinander stehen.

Man kann auch abgekürzt sagen: “Matt = Patt + Schach“.

Die Macht des Königs beim Schach

Viel verdient ist schonmal, wenn der König nicht in ernsthafte Gefahr gerät. Dann können sich die übrigen Figuren in Ruhe darum kümmern, den gegnerischen König zu attackieren und bestenfalls Schachmatt zu setzen.

Am stärksten ist der König im Endspiel, wenn fast alle Figuren abgetauscht oder vom Brett gefallen sind. Dann wird er zur starken Figur, ist er doch deutlich flexibler als die stur nach vorn ziehenden Bauern. Entscheidend ist er etwa in dieser Stellung:

Spielentscheidend ist hier (bei richtigem Spiel), wer von den Spieler*innen am Zug ist. Der/diejenige, der/die nicht am Zug ist, hat hier die sogenannte Opposition, da der gegnerische König nun der Opposition ausweichen muss. Dadurch entscheidet sich hier, ob der schwarze König das Einzugsfeld des letzten weißen Bauers halten und verteidigen kann, oder nicht.

Diese letzte Stellung hier nämlich ist “Patt” wenn Schwarz am Zug ist, also unentschieden:

Fazit

Die Geschichte des Königs im Schachspiel ist voller heldenhafter Momente. Von spektakulären Fluchten über gewagte Verteidigungen bis hin zu mutigen Angriffen auf die gegnerische Stellung hat der König im Schachspiel unzählige Geschichten geschrieben. In jedem Spiel ist er der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Schlüssel zum Sieg.

Elvis Presley (1958) - The King, wie der König im Schach
Erinnert mich am meisten an den Köning beim Schach: “The King” – Elvis Presley 😉

Der König im Schachspiel verkörpert für mich nicht nur die Macht und Stärke eines Herrschers, sondern auch die Verletzlichkeit und die Herausforderungen des Lebens. Wie im wahren Leben müssen wir lernen, unsere Position zu verteidigen, schwierige Entscheidungen zu treffen und uns auf unsere Verbündeten zu verlassen, um Hindernisse zu überwinden.

Allzeit gut Holz, am Brett wie im Leben! Bleibt gesund!

SH, Karlsruhe 26.05.2023


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Kommentare

3 Antworten zu „Was darf der König im Schach?“

  1. Avatar von Alexander
    Alexander

    > Ich beziehe mich dabei auf die zweifelhafte Quellenangabe dort zu dem Rekord und die Tatsache an sich, dass es sich um eine Schnellschachpartie handelt.

    Die Partie wurde auf einem elektronischen Partieformular, quasi auf einem Tablet mittels der FIDE lizenzierten Software Clono mitgeschrieben und nach dem mitschreiben auf den Server von Clono zum anschauen und nachspielen hochgeladen. Dient unter anderem auch als Beweismittel! Offiziell deswegen, da es sich um eine Turnierpartie von einem Schnellschachturnier am richtigen Schachbrett handelt. Das war keine Onlinepartie.

  2. Avatar von Sven
    Sven

    Lieber Schachfreund Alexander,

    danke für deinen Beitrag. Du hast Recht, dass der Rekord auf Schnellschach und erst recht auf Blitz- oder Bulletschach-Ebene sicherlich gebrochen wurde und auch immer wieder gebrochen werden wird. Dazu werden einfach viel zu viele dieser Art von Partien gespielt, erst recht auf den einschlägigen Schachservern.

    Zum Vergleich gibt es schon jetzt in der Lichess Datenbank 4,8 Milliarden Partien im Standard-Schach (alle Zeitmodi). Ehrlich gesagt finde ich Wikipedia an dieser Stelle nicht ausreichend seriös. Ich beziehe mich dabei auf die zweifelhafte Quellenangabe dort zu dem Rekord und die Tatsache an sich, dass es sich um eine Schnellschachpartie handelt. Was bedeutet da schon „offiziell“? Wenn man auch Bullet- oder sogar Ultra-Bullet Partien hinzuziehen würde, wäre der Rekord sicherlich noch einmal ganz anders.

    Ich schätze Deine Kritik und habe den Text oben im Beitrag dahingehend präzisiert.

    Viele Grüße und gut Holz!

    Sven

  3. Avatar von Alexander
    Alexander

    Der in dem obigen Beitrag geschriebene Rekord für die späteste Rochade stimmt seit 2023 nicht mehr! Laut Wikipedia liegt der Rekord für die kurze Rochade bei 55 Zügen!

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