e4, Sf3, Lb5, Dxe5, 0-0, + und # – wer gerade mit Schach anfängt, sieht in einer Partieaufzeichnung zunächst eine kryptische Sprache. Dabei ist die algebraische Schachnotation erstaunlich logisch. Wenn du einmal verstanden hast, wie Brettkoordinaten, Figurenkürzel und Schlagzeichen zusammenspielen, kannst du praktisch jede moderne Schachpartie lesen.
Die Notation ist mehr als ein Turnierformular. Sie ist die Grundlage dafür, Partien zu speichern, Varianten zu vergleichen und eigene Fehler später zu untersuchen. Gerade auf schachlich.de/ begegnen dir deshalb Formate wie PGN und FEN.
1. Das Schachbrett hat Koordinaten
Jedes Feld des Schachbretts besitzt einen eindeutigen Namen. Die Spalten werden mit a bis h bezeichnet, die Reihen mit 1 bis 8. Ein Feld heißt also beispielsweise e4 oder d5.
Aus Sicht von Weiß liegt die weiße Grundreihe auf der Seite mit den Zahlen 1 und 2. Der weiße König beginnt auf e1, der schwarze auf e8.
2. Die Figuren bekommen Buchstaben
In der deutschen algebraischen Notation stehen K für König, D für Dame, T für Turm, L für Läufer und S für Springer. Der Bauer hat kein Kürzel.
3. So liest du einen einfachen Zug
e4 bedeutet einen Bauernzug nach e4. Sf3 bedeutet, dass ein Springer nach f3 zieht. Lb5 bedeutet Läufer nach b5. Normalerweise wird nur das Zielfeld notiert.
4. Schlagen wird mit „x“ gekennzeichnet
Beim Schlagen steht ein x: Dxe5 heißt, dass die Dame eine Figur auf e5 schlägt. Beim Bauern wird das Ausgangsfeld ergänzt: exd5 bedeutet, dass der e-Bauer nach d5 schlägt.
5. Was bedeuten + und #?
Ein + kennzeichnet Schach, ein # Matt. Damit lassen sich kritische Momente einer Partie schnell erkennen.
6. Die Rochade: 0-0 und 0-0-0
Die kurze Rochade wird als 0-0, die lange als 0-0-0 notiert. Die Rochade umfasst König und Turm, braucht aber in der Notation nur dieses eine Zeichen.
7. Wenn zwei gleiche Figuren dasselbe Feld erreichen können
Wenn zwei gleichartige Figuren dasselbe Feld legal erreichen können, muss die Notation eindeutig werden. Dann wird zusätzlich die nötige Information über Ausgangslinie oder Ausgangsreihe angegeben.
Beide weiße Springer können das Feld h2 erreichen. Deswegen lautet hier die eindeutige, richtige algebraische Notation S1h2 oder Sf1h2
8. Umwandlung und Sonderfälle
Bei einer Bauernumwandlung wird die neue Figur angegeben, etwa e8=D. Bei Schach oder Matt kommt das entsprechende Zeichen hinzu. Beim en-passant-Schlag folgt die Notation dem normalen Schema des Bauernschlags, man fügt allerdings dahinter „e.p.“ hinzu.
9. Was bedeuten !, ?, !? und ?!
In kommentierten Partien stehen häufig ! (guter Zug), ? (schlechter Zug), !? (interessanter Zug) oder ?! (fragwürdiger Zug) und weitere. Sie sind Kommentare und keine mathematisch exakten Teile der Notation.
10. PGN: Die Partie als Datei
PGN steht für Portable Game Notation. Es speichert eine Partie als Zugfolge und kann zusätzlich Spieler, Datum, Ergebnis und weitere Informationen enthalten. Das macht PGN ideal für Datenbanken, Analyseprogramme und das spielbare Schachbrett.
11. FEN: Ein Foto der Stellung
FEN beschreibt dagegen eine einzelne konkrete Stellung. Das ist praktisch für taktische Aufgaben, Endspiele oder eine kritische Position aus der eigenen Partie. Merksatz: PGN ist die Geschichte der Partie. FEN ist ein Foto der Stellung.
12. Schachnotation im Turnier
Im klassischen Turnierschach ist die Notation Teil des geregelten Ablaufs. Wer sie schon vorher übt, hat am Brett weniger Stress und kann die Partie später zuverlässig analysieren.

Fazit
Schachnotation sieht komplizierter aus, als sie ist. Wenn Felder, Figurenkürzel, Schlagen, Schach, Matt und Rochade sitzen, kannst du den größten Teil moderner Partien lesen. Mit PGN und FEN wird daraus ein digitales Werkzeug.







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