Woher bekommt man Partien für die Schachdatenbank? Welche Quellen gibt es für elektronische Schachpartien? Welche Software kann ich überdies als Datenbank für Schach nutzen?
Für Vereins- oder Turnierspieler ist eine Schachdatenbank spätestens heutzutage ein unverzichtbares Mittel. SCID nutzt SQL mit Erfolg und ist darüber hinaus frei verfügbar. En Croissant ist eine vielversprechende Open Source Neuentwicklung mit Komfort.
Datenbanken
- Was ist z.B. eine Datenbank?
- Weiterhin: verbreitete Datenbankprogramme für Schach
- SCID (Shane’s Chess Information Database, Freeware letztes Update 01.2023) – auch möglich SCIDvsPC zu verwenden: letztes Update 06.2023, wird beides aktiv entwickelt. Release ca jährlich.
- Für Android Smartphones gibt es SCID On The Go (SCID für unterwegs)
- En Croissant https://encroissant.org/ (Super! Open Source, siehe unten)
- ChessBase (kostet)
- Portable Game Notation oder „PGN“ kurzum: ein Format und beliebter Standard zum Speichern von Schachpartien

Freie Quellen für Partien
In den allermeisten Ländern der Welt (auch Deutschland) gibt es auf Schachpartien kein Copyright, solange sie nicht kommentiert sind. Sind sie kommentiert, dann natürlich sehr wohl. Schließlich hat der Kommentator geistiges Eigentum geschaffen, während die Schachpartie als solche schlicht eine „Tatsache“ (engl.: fact) ist. Hier einige mögliche legale Quellen für Partien, die kostenlos sind (nicht alle zum Download) …
Literatur mit Partien
- Der Gefangene Dr. B. in „Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig hatte hingegen seine eigene geheime Quelle für Schachpartien. Er blieb besser gesagt nur bei Verstand durch Diebstahl eines Schachbuches. Darin waren vergangene Spiele von wahren Meistern. Diese spielte er endlos durch … 😉
Freie PGNs
- En Croissant, die sensationelle Open Source Neuentwicklung mit viel Potential, hat einige Datenbanken bereit gestellt unter https://encroissant.org/docs/assets/databases
- LumbrasGigaBase ist eine weitere frei verfügbare Quelle (Danke an Stephan für den Tipp!) Siehe dazu https://lumbrasgigabase.com/
- TWIC (The Week In Chess): neue Partien von Spielern der Weltklasse: https://theweekinchess.com/twic (weiter unten sind PGNs; freier Download; eine einfache Scripting-Lösung siehe unten hier auf der Seite!). Man kann aber auch etwas spenden. Dann bekommt man eine aktuelle Datei mit ca. 2,5 Millionen. Partien.
- Lichess Elite DB: https://database.nikonoel.fr/
- Lichess DB: 1,9 Milliarden Standard-Partien (allerdings auch Bullet-Partien, also ca. 1 min/Spieler/Partie) https://database.lichess.org
- Im PGNMentor www.pgnmentor.com/files.html kann man Partien im PGN Format geordnet nach Spielern, Eröffnungen und Turnieren herunter laden.
Sonstige Partien
- 365chess.com eine Schachdatenbank mit Partien online (prinzipiell auch Download möglich, mit Account): https://www.365chess.com/
Reine Online-Angebote
- Shredder Opening DB (umsonst; nur online)
- Shredder Endgame Database (umsonst; nur online)
Tipps zum Umgang mit Partien bzw. PGNs
SCID
- Hinzufügen zu einer (SCID) Datenbank:
- “Tools” → “Import PGN files” (Auswahl PGN Dateien oder auch gezippte PGNs)
- Tipp: Zusammenfügen von heruntergeladenen pgn’s in SCID (s.o.)
- “File” → “New” (Benenne neue DB)
- “Tools” → “Import PGN files” (Wähle PGN Dateien aus – auch gezippt möglich)
- “Tools” → “Export all filter games” → “Export Filter To PGN” (Benenne Ergebnisdatei)
- Downloaden vieler PGNs per Kommandozeile in einem Rutsch
- Tipp: vereinfachter Download auf Linux-basierten Systemen in der Shell z.B.
for i in {1434..1439}; do wget https://theweekinchess.com/zips/twic"$i"g.zip; done;
for i in {1434..1439}; do unzip twic"$i"g.zip; done;
En Croissant

Elegante Schach-Datenbanken mit En Croissant! Genau hier überzeugt die Open-Source-Software.
Sie kombiniert eine moderne Oberfläche mit einer sehr einfachen Einrichtung von Datenbanken. Partien lassen sich direkt importieren – zum Beispiel aus Online-Plattformen wie Lichess oder Chess.com – und anschließend in einer persönlichen Datenbank zentral verwalten. So entstehen schnell strukturierte Sammlungen eigener Partien, Referenzspiele oder Eröffnungsvarianten.
Besonders angenehm ist dabei der Workflow:
- Datenbanken lassen sich mit wenigen Klicks anlegen oder importieren
- Engines und Datenbanken können direkt über einen integrierten Download-Manager eingerichtet werden
- Partien können analysiert, kommentiert und in Repertoire-Strukturen organisiert werden
Damit bietet En Croissant eine schlanke Alternative zu klassischen Datenbank-Programmen und ist ideal für Spieler:innen, die ihre Partien und Analysen sauber organisieren wollen – ohne komplexe Einrichtung. Und kostenlos!
🔗 Projektseite: https://encroissant.org/
Die Bedeutung von Partienotationen
Schachpartienotationen sind für Schachspieler*innen in allen drei Phasen des Spiels elementar. Sie ermöglichen die Aufzeichnung und Analyse von Schachpartien. Spieler*innen können ihre Züge, Positionen und Strategien während des Spiels festhalten, um sie später zu überprüfen und zu verbessern.

In der Mittel- und Endspielphase helfen Notationen dabei, mögliche Zugsequenzen zu visualisieren und zu berechnen. Spieler*innen können verschiedene Varianten durchspielen und analysieren, um die besten Züge zu finden und Taktiken zu erkennen.
In der Eröffnungsphase ermöglicht die Notation Spieler*innen, bekannte Eröffnungszüge und -varianten zu studieren. Durch das Studium von Eröffnungsnotationen können Spieler*innen ihre Kenntnisse erweitern und bessere Entscheidungen treffen.
Notationen erleichtern die Kommunikation zwischen Schachspieler*innen. Durch das Verwenden standardisierter Notationen können Spieler*innen ihre Partien mit anderen teilen, diskutieren und analysieren. Es erleichtert auch die Zusammenarbeit und das Training mit Schachtrainer*innen oder -partner*innen.
Schließlich fördert die Verwendung von Notationen die Konzentration und Aufmerksamkeit während des Spiels. Spieler*innen müssen ihre Züge genau aufzeichnen und können so Fehler oder Unklarheiten vermeiden. Dies trägt zur Entwicklung einer sorgfältigen und strategischen Denkweise bei.
Fazit
Zusammenfassend sind Schachpartienotationen für Schachspieler*innen unverzichtbar, da sie das Lernen, die Analyse, die Kommunikation und die Konzentration im Spiel unterstützen und somit zu einer Verbesserung der schachlichen Fähigkeiten führen. Es ist wichtig, alle eigenen Schachpartien zu sichern, da sie wertvolle Lernressourcen sind, um das eigene Spiel zu verbessern und Fehler zu erkennen, und sie ermöglichen es, den Fortschritt im Laufe der Zeit nachzuverfolgen und Erfahrungen zu sammeln.
Partien von anderen Schachspieler*innen sind hilfreich, da sie verschiedene Spielstile, Strategien und Taktiken veranschaulichen und es ermöglichen, von den Erfahrungen und Entscheidungen anderer zu lernen. Sie bieten auch die Möglichkeit, neue Ideen und Herangehensweisen zu entdecken und das eigene Schachverständnis zu erweitern. Nicht zuletzt kann man sich mit den Partien zukünftiger Gegner*innen auf diese im Vorfeld vorbereiten und damit oft mehr Erfolge erzielen.
Du kennst weitere frei verfügbare oder günstige Datenbank- beziehungsweise Schachpartiequellen? Schreib gerne einen Kommentar unten und lass es mich wissen! Ich nehme Ergänzungen gerne in diesen Beitrag auf.
SH, 01.2019 bis 01.2026
mit teilweiser Unterstützung von ChatGPT




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