oder: Plexiglas-Schach

oder: physisches Schach in Zeiten von COVID-19

In Zeiten von Corona und COVID-19 kam ich auf folgende Idee zum “Pandemie-Schach” (engl. “pandemic chess”), um trotz Abstandsregel (1,5 bis 2 Meter zwischen Personen verschiedener Haushalte) an einem Schachbrett physisch Schach spielen zu können.

social distancing

Zu der Idee gehören zwei Tricks.

  • Trick 1: eine Plexiglasscheibe zwischen den Spielern, die die Ansteckung über Tröpfchen vermeiden hilft.
  • Trick 2: Zwei Figurensätze: einer pro Spieler. Jeder Spieler hat seinen eigenen Figurensatz und fasst auch nur diesen selber an. Dadurch gibt es keinen Infektionsherd über die Figuren.

Das Brett kann von extern (z.B. vom Veranstalter) zur Verfügung gestellt werden und wird vor Spielbeginn desinfiziert. Jeder bleibt auf seiner Hälfte.

Nun beginnen die Spieler “wie gewohnt” zu spielen. Führt ein Zug dabei über die Mitte des Brettes, also die Plexiglasscheibe, so fasst der Spieler die betreffende Figur an, kündigt seinen Zug an (z.B. “Lg5”) und nimmt die Figur vom Brett. Daraufhin drückt er seine Uhr.

Jetzt nimmt der Gegner auf dessen Zeit die entsprechende Figur aus seinem eigenen Figurensatz und setzt sie auf dem Brett passend ein (z.B. auf g5 den Läufer). Danach ist der Gegner regulär am Zug, etc.

Vorteil dieser Spielweise im Pandemie-Schach ist, dass sie sowohl auf die Einschränkungen während einer Pandemie Rücksicht nimmt als auch grundsätzlich turniertauglich ist. Ein Patent gibt es darauf nicht. Zum Einen weil die Idee nur geringfügig ist, zum Anderen weil sie nicht geheim gehalten wurde 😉 Ich freue mich also über Nachahmer.

Ganz unabhängig davon, ob diese Idee jemals das Schach in Zeiten einer Pandemie (wie jetzt COVID-19) verändern könnte, hoffen wir natürlich alle sehr, dass wir bald wieder ohne Einschränkungen Schach spielen können, und dieser schöne Breitensport keinen dauerhaften Schaden nimmt.

Bleibt gesund und allzeit “gut Holz”!

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Veröffentlicht von SH

Sven spielt seit 1984 Schach im Verein und ist seit seiner Jugend leidenschaftlicher Schachspieler. Er betreibt den Schach-Blog schachlich.de, um diese Leidenschaft mit anderen zu teilen und sie mit dem Schachfieber anzustecken. ;-)

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17 Kommentare

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  1. Danke für Deinen Kommentar, Hanno!

    Ja, im Moment ist es nur ein Prototyp, der nicht einmal mit Vereinsspielern getestet wurde. Es gibt aber halt das grundsätzliche Problem, dass bei bestehen bleibender Abstandsregel die Spieler nicht am selben Brett sitzen können, es sei denn, man schützt sie voreinander – deshalb die obige Scheibe. So gesehen ist die “Erfindung” eine echte Chance, in Pandemie-Zeiten am Brett zusammen zu finden. Aber Du hast sicher recht, dass es bis zu einem Verbandsligaspiel mit solchen Utensilien (wie hier) ein weiter Weg ist. Andererseits wurde der Erfinder des Fahrrads ja anfangs auch nur ausgelacht 😉

  2. Unabhängig davon ob diese Vorschläge praktikabel sind und man sie akzeptiert, sollte man noch an folgendes denken :
    – Nicht jeder Verein kann sein Spielmaterial am Spielort lagern, den Raum öfter wie bisher mieten das erfordert ein Entgegenkommen der Vermieter, da es mehr Spiele gibt bei Vereinen mit mehreren Mannschaften, wenn nur 1 Mannschaftskampf stattfinden darf

  3. ich frage mich gerade ob ein Scheibenwelt-Schach von vier Elefanten getragen wird, die auf einer Schildkröte stehen und wer auf den beiden Seiten die jeweiligen Figuren darstellt ist auch eine wichtige Frage.

  4. Danke, Moritz! Ja, stimmt. Zeitnot ist schwierig, wenn der Gegner die eigenen Züge ausführen muss… vielleicht lässt sich mit Inkrement etwas machen, wenn jeder ein Minimum pro Zug zur Ausführung hat.

  5. Schöne Idee, die ich mir zumindest bei Verbandsrundenspielen sogar vorstellen kann. Beim Blitzen bin ich noch nicht sicher, aber das müssten wir in Praxis schauen.

  6. Eine gute Idee! Vielleicht könnte man das ja mal an höherer Stelle vorschlagen!